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Alles für die Kleinen

Familien werden stärker entlastet. Doch diese Finanz¬spritzen können später auch zu einer Belastung für die Kinder von heute werden.

Weihnachten fiel für Familien diesmal auf den 1. Januar: Seit Jahresbeginn spendiert die neue Regierung ein höheres Kindergeld. Und der Geldsegen geht weiter. Im Herbst soll das Bafög, also die finanzielle Unterstützung, die der Staat unter bestimmten Voraussetzungen zum Beispiel an Studenten oder Auszubildende zahlt, steigen. Für 2013 ist die Einführung eines Betreuungsgelds für Eltern geplant, die ihre Kinder in den ersten drei Jahren zu Hause betreuen. Und das Bundesverfassungsgericht beschäftigt sich mit einer Anhebung der Kindersätze für Hartz-IV-Empfänger.

Zu diesen Wohl¬taten kommen mittel- und lang¬fristige Weichen¬stellungen der Politiker. Union und FDP argumentieren, dass ihr gesamtes Regie¬r¬ungs¬programm dem Nachwuchs zugute komme. Steuern sollen sinken und gesetzliche Vorgaben für Unternehmen reduziert werden. So sollen zum Beispiel Unternehmen wettbewerbsfähiger werden. Dann können sie unter anderem besser wirtschaften und langfristig wieder mehr Jugendliche einstellen.

Kritiker meinen jedoch, das schwarz-gelbe Programm klingt sehr viel besser, als es ist. Zwar schüttet der Staat jetzt den Geldsack aus. Aber weil die Regierung zugleich die Steuern senken möchte, fehlt das Geld irgendwann in der Kasse. Daher handele es sich bei den Entlastungen um Wohltaten auf Pump. Das Haushaltsdefizit, also die Schulden des Staates, explodiert in diesem und im kommenden Jahr. Ausgleichen müssen das später diejenigen, für die jetzt mehr Geld ausgegeben wird – die junge Generation.

Andreas Rinke

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