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Kluft zwischen Arm und Reich wächst

In Deutschland erhalten sieben Millionen Hartz IV. Weltweit verhungern jährlich Millionen Menschen. Es gibt relative und absolute Armut – und verschiedene Vorschläge, die Verhältnisse zu verbessern.

Wer ist eigentlich arm? Der zwölfjährige Paul, der nach der Schule in die Suppenküche zum Essen geht? Madeleine Schickedanz, die Erbin des Versandhandels Quelle, die behauptet, nur 600 Euro im Monat auszugeben? Oder Gerda Müller, die Kassiererin im Supermarkt, die kaum von ihrem Lohn leben kann?


„In Deutschland sind 13 Prozent aller Haushalte arm.“

Für Wissenschaftler ist die Antwort klar: Arm ist, wer weniger als 60 Prozent des Durchschnittseinkommens hat. Das ist laut Berechnungen der Regierung etwa ein alleinstehender Erwachsener, der weniger als 781 Euro netto im Monat verdient. Frau Müller verdient 840 Euro, sie ist also nicht arm. Pauls Familie, die von Hartz IV lebt, zählt zu den Armen. Frau Schickedanz dagegen fühlt sich nur arm: Zwar ist sie nach der Pleite von Arcandor, dem Mutterkonzern von Quelle, sicherlich nicht mehr so reich wie früher. Aber ihre Häuser, Möbel und Kleider deuten noch immer auf ein recht luxuriöses Leben hin.

Im Dorf Fatteh an der Küste Ghanas in Afrika käme der 13-jährige Kofi Mensah nie auf die Idee, dass Pauls Familie arm ist. Im Vergleich zur Wellblechhütte, in der er mit seinen Eltern und fünf Geschwistern lebt, ist Pauls Wohnung riesig, und es gibt fließendes Wasser und Strom. Paul ist relativ arm – Kofi lebt in absoluter Armut: Weniger als einen Dollar pro Person kann die Familie Mensah täglich ausgeben.

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