Nur für den internen Gebrauch
Mogeln scheint unter Wissenschaftlern Mode zu sein. Ex-Bundesverteidigungsminister Karl-Theodor zu Guttenberg (CSU) hat es getan genauso wie die FDP-Politikerin Silvana Koch-Mehrin (FDP). Ob Bundesbildungsministerin Annette Schavan auch bei ihrer Promotion nicht korrekt zitiert hat, das prüft gerade die Universität Düsseldorf.
Immer wieder gibt es Fälle von Plagiaten oder Fälschungen an Hochschulen. Doch oft hat das keine Folgen, weil Wissenschaftler ungern Kollegen an den Pranger stellen. Und: Weil viele es für ein internes Problem halten.
Der Münchener Professor Volker Rieble hat in seinem Buch "Das Wissenschaftsplagiat" das Fehlverhalten einiger seiner Kollegen offengelegt. Für Rieble, hauptberuflich Professor für Arbeitsrecht an der Ludwig-Maximilians-Universität in München, liegt das Problem im System. Das Verhältnis innerhalb des Wissenschaftsbetriebs beschreibt er als "Nichtangriffspakt". "Wenn ich mit einem Kollegen spreche, kann er mir fünf Kollegen nennen, die abschreiben", behauptet Rieble. Öffentlich würde er das aber nie tun.
Debora Weber-Wulff, Professorin für Internationale Medieninformatik und eine der Plagiatsjägerinnen auf der Internetplattform Vroniplag, sieht sich und ihre Kollegen daher in der Pflicht. "Die Professoren müssen mit gutem Beispiel vorangehen und nicht einfach die Arbeit eines Studenten als eigene ausgeben, wie leider einige Kollegen es tun", sagt sie. Denn, so Rieble: "Professoren müssen Vorbilder sein."
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