Eine Schule mit Garantie
Fiona Brunk und Stefan Döring hatten die besten Startchancen und haben sie genutzt: Abitur, Studium, hervorragender Abschluss, Jobangebot. Für Walter Scheurle war es nicht ganz so einfach: Mit 15 Jahren brach er die Schule ab, machte eine Ausbildung. Doch auch er hat seinen Weg gemacht - vom Postboten zum Personalvorstand der Deutschen Post.
Was die drei vereint: Sie sind es leid, dass das deutsche Bildungssystem so viele Jugendliche ohne Abschluss und damit in die Perspektivlosigkeit und Hartz IV entlässt. Deswegen gründen Brunk und Döring nun eine Schule für benachteiligte Jugendliche. Und Walter Scheurle hilft ihnen dabei.
Im Berliner Bezirk Wedding werden 38 Prozent der Kinder schon mit Sprachdefiziten eingeschult. Ein Viertel verlässt die Schule nach der zehnten Klasse ohne Abschluss. Mehr als die Hälfte der Eltern von Jugendlichen unter 15 Jahren bezieht Hartz IV. Deswegen wollen Brunk und Döring genau hier eine neue Schule gründen - mit kleinen Klassen, mit viel mehr Lehrern, Sozialpädagogen, Sozialarbeitern. Diese "Lernbegleiter" werden Zeit haben, zum Beispiel für ein halbstündiges Gespräch mit jedem Schüler. Und das jede Woche.
Die Gründer wollen in ihrer Integrierten Sekundarschule die Vielfalt des Viertels eins zu eins abbilden. Wichtig ist ihnen, dass nicht nur die engagierten Eltern ihre Kinder anmelden. Dafür greifen sie auf Statistiken zurück, arbeiten mit einer Bürgerinitiative und den Moscheevereinen zusammen. Außerdem wohnt Brunk schon im Stadtteil und geht dort auf mögliche Schüler und ihre Familien zu.
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