Zwischen Schule und Show
Spaß ist ein Wort, das Gerald Hüther und Margret Rasfeld heute lieber vermeiden. Weil es nach Jahrmarkt klingt, nach Achterbahnfahren oder Clowns im Zirkus. Der Hirnforscher und die Lehrerin einer Reformschule in Berlin sagen lieber Freude - Freude am Lernen. Das ist ihre Mission. Dafür sind sie in den vergangenen zehn Tagen auf Deutschland-Tour gegangen, haben vor mehr als 6.500 Menschen gestanden, wollten Schulen motivieren, einen "Aufbruch" zu wagen.
Eine Idee, die allerdings auch auf viel Kritik stößt - bei jenen, die heute Schule machen. Vor allem wegen des Wortes Spaß, das mitschwingt, obwohl Hüther und Rasfeld es vermeiden.
Die Diskussion dreht sich um nicht weniger als die Frage, wie Kinder im 21. Jahrhundert lernen sollen. Taugt die Art der Wissensvermittlung, die für eine Industriegesellschaft gut war, auch für eine Wissensgesellschaft? Kann die Schule von heute auf Berufe und eine Jobwelt vorbereiten, von der wir heute noch nicht einmal ansatzweise wissen, wie sie aussehen?
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