Schulen können sich wie Unternehmen zertifizieren lassen
Doch das könnte sich bald ändern. Vor allem Privatschulen, die als selbstständige Unternehmen auf dem expandierenden Bildungsmarkt konkurrieren, könnten sich durch die Zertifizierung "aus der relativen Isolation holen und die eigenen Stärken offenlegen", sagt Wanzek. "Es sind deshalb vor allem die besseren Schulen, die sich zertifizieren lassen." Dabei müssten eigentlich auch staatliche Schulen mehr Wert auf ein professionelles Qualitätsmanagement legen, sagt Frank-Dieter Lutz von der Bremer IHK.
Ob dies nun die ISO-Norm oder ein anderes Verfahren sei, spiele keine Rolle. Je eigenständiger eine Schule, und der Trend geht in diese Richtung, desto wichtiger werde ein solches Management, betont Lutz: "Schulen sind nicht nur Wissensvermittler, sie müssen auch gemanagt werden." Er plädiert daher auch für einen kaufmännischen Geschäftsführer an jeder Schule.
Am Ökumenischen Gymnasium (ÖG) in Bremen ist das bereits Usus. Die 1981 gegründete staatlich anerkannte Privatschule mit gut 700 Schülern, die sich bei der letzten Pisa-Runde auf bayerischem Niveau platzierte, schreibt sich seit wenigen Wochen die erfolgreiche Zertifizierung auf die Fahnen. Dafür muss sie sich jährlich überprüfen und alle drei Jahre rezertifizieren lassen.
"Wir sind ein Dienstleister, und unsere Kunden sind Eltern und in gewissem Sinn auch die Schüler", sagt der stellvertretende ÖG-Schulleiter Stefan Roth und spricht von einem "unglaublichen Aufwand, der sich aber gelohnt" habe. Das ÖG sei "schon vorab sehr gut organisiert" gewesen, sagt Wanzek, der als Auditor die Bremer Schule inspiziert hat.
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